Der Gefrierschrank bei Stromausfall

Plötzlich wird es dunkel: Licht und Radio oder Fernseher gehen aus – kein Strom mehr! Beleuchtung ist bei Tag kein Problem, in der Nacht hat man eine Taschenlampe. Aber was passiert  mir den Lebensmitteln aus dem Gefrierschrank bei Stromausfall?

  1. Wie sollte ein Gefrierschrank optimal aufgestellt werden?
  2. Die Klimaklasse des Gefrierschranks
  3. Wie lange bleibt der Inhalt ohne Strom gefroren?
  4. Notstrom
  5. Den Inhalt des Gefrierschrankes schnell verwerten
1. Wie sollte ein Gefrierschrank optimal aufgestellt werden?

Ein kühler und trockener Raum, wie der Keller oder ein unbeheizter Vorratsraum, ist meist eine gute Wahl für einen Gefrierschrank. Aber in den meisten Fällen wird der Gefrierschrank in der Küche stehen. Man sollte darauf achten, dass der Gefrierschrank nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Steht der Gefrierschrank direkt neben einem Fenster, sollte nach Möglichkeit die Rollos geschlossen werden.

Ein Standort neben dem Herd oder der Heizung ist ebenfalls ungünstig, weil der Gefrierschrank dort zu viel Strom verbraucht. Wichtig ist auch ein ausreichender Abstand des Gerätes zur Wand, damit die Wärme abgeleitet werden kann.

2. Die Klimaklasse des Gefrierschranks

Wenn die Temperatur in dem Raum, in welchem der Gefrierschrank aufgestellt ist, zu niedrig oder zu hoch ist, kann das die Funktion und den Energieverbrauch des Gerätes beeinträchtigen. Die Klimaklasse gibt an, für welche Umgebungstemperatur der Gefrierschrank geeignet ist. Daher ist es wichtig, den Gefrierschrank in einem Raum aufzustellen, der seiner Klimaklasse entspricht.

Die Klimaklasse ist auf dem Typenschild des Geräts angegeben. Das befindet sich entweder im Inneren des Geräts oder auf der Rückseite. Folgende Klimaklassen gibt es:

  • SN: Subnormal, für 10 bis 32 Grad (z.B. unbeheizter Keller)
  • N: Normal, für 16 bis 32 Grad (normaler Wohnbereich)
  • ST: Subtropisch, für 16 bis 38 Grad
  • T: Tropisch, für 16 bis 43 Grad

Die Klimaklasse ist nicht zu verwechseln mit der Energieeffizienzklasse, die verwendet wird, um den Energieverbraucht von Haushaltsgeräten anzugeben.

3. Wie lange bleibt der Inhalt ohne Strom gefroren?

Die Dauer, in der ein Gefrierschrank ohne Strom noch die Kälte hält, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig sind die Umgebungstemperatur, der Füllgrad des Gefrierschranks und seine Isolierung. Als Faustregel gilt, das moderne Gefrierschränke bis 5 Stunden die Kälte halten können. Sollte es sich also nur um einen kurzen Stromausfall halten, ist das sicher kein Problem.

Wenn der Stromausfall länger andauert, sollte man folgende Punkte beachten.

  • Wenn absehbar ist, das der Stromausfall länger dauert, können Sie eine Powerstation an Ihren Gefrierschrank anschließen, um die Zeit, in der die Lebensmittel gefroren bleiben, zu verlängern.
  • Öffnen Sie die Tür so selten wie möglich, um die Kälte im Gerät zu halten.
  • Versuchen Sie, verschiedene Lebensmittel wie Speiseeis, Torten und andere Lebensmittel, die sich nicht gut wieder einfrieren lassen, schnell zu verbrauchen.
4. Notstrom

Man kann mit verschiedenen Maßnahmen die Haltbarkeit der tiefgefrorenen Lebendmittel verlängern. Wichtig ist die rechtzeitige Anschaffung einer ausreichend großen Stromreserve, um den Gefrierschrank bei Stromausfall einige Stunden weiter zu betreiben. Folgende Vorkehrungen lassen sich treffen:

  • eine leistungsstarke Powerstation als Stromreserve für mehrere Stunden, zum Beispiel von Jackery
  • ein Balkonkraftwerk oder eine Solaranlage auf dem Hausdach
  • ein dieselgetriebenes Notstromaggregat
5. Den Inhalt des Gefrierschrankes schnell verwerten

Wenn abzusehen ist, das es sich um einen langanhaltenden Blackout handelt, sollte der Inhalt nach Möglichkeit schnell verbraucht und weiter verarbeitet werden. Es soll ja nach Möglichkeit nichts weggeworfen werden müssen.

  • Speiseeis, Torte oder Kuchen sollte gegessen werden. Eis kann man nicht mehr einfrieren, wenn es bereits flüssig geworden ist, Torten kann man zwar wieder einfrieren, jedoch leiden Geschmack und Konsistenz. Auch sollte die Torte nicht lange aufgetaut sein, da sich sonst Keime vermehren können. Besondere Vorsicht ist bei Sahnetorten geboten. Blechkuchen ist etwas weniger empfindlich und kann, nach einem kurzen Stromausfall, noch einmal eingefroren werden. Im Zweifel sollte man ihn aber lieber aufessen – besonders Kinder werden erfreut  sein.
  • Obst sollte schnell verzehrt werden. Obst lässt man einfach auftauen und genießt es. Entweder zusammen mit Speiseeis oder pur oder auch einfach mit etwas Zucker bestreut.
  • Auch Gemüse wird am besten schnell verbraucht. Hier kann man, sofern ein Campingkocher vorhanden ist, Gemüsepfannen mit Fleisch oder Fisch, die ebenfalls aus dem Gefrierschrank stammen, zubereiten. Man kann auch einen großen Eintopf zubereiten.
  • Fleisch und Fisch sollten, einmal aufgetaut, nicht wieder eingefroren werden. Beides, insbesondere Hackfleisch, sollten gut durchgegart werden und schnell verzehrt werden.
  • Pizza kann, wenn sie nicht lange aufgetaut war, wieder eingefroren werden.
  • Brot und Brötchen, die nicht gegessen werden können, lässt man hart werden und kann sie später als Semmelmehl verwenden.
  • Aufbackbrötchen oder Fertigteige kann man in einer Pfanne mit Deckel auf  einem Campingkocher zubereiten.
Generell gilt:
  • Bei Stromausfall die Lebensmittel aus dem Tiefkühlschrank schnell verbrauchen, noch bevor sie vollständig aufgetaut sind.
  • Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch, aber auch fertige Gerichte, die nicht aufgegessen werden können, sollten auf dem Notkocher eingekocht werden, um sie vor Verderb zu schützen. Dazu sollte man immer ein paar leere Gläser bereit halten.
  • Im Winter können bei entsprechenden Minusgraden tiefgefrorene Lebensmittel auch vorübergehend im Freien gelagert werden.

Mit einigen kleinen Vorkehrungen ist es also Möglich, den Gefrierschrank bei Stromausfall vorübergehend weiter zu betreiben und den Inhalt zu verbrauchen.

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